MUSEUM IM ZEHENTSTADEL

Scherer-Galerie und Heimatmuseum Reischenau

Ehem. Gemeinde Häder


Ein Messer aus der Bronzezeit (1200 – 750 v. Ch.) ist das erste Zeugnis der Besiedelung. Mit Sicherheit ist dieser Ort die älteste Siedlung dieser Gegend. Erstmals namentlich erwähnt wird der Ort „Haerdere“ allerdings erst in einer Urkunde des Papstes Alexander III. vom 7. August 1177. Als Besitz des St. Afra-Stiftes ging er 1012 bei dessen Umwandlung in das Benediktinerkloster St. Ulrich und Afra in dieses über. Seit 1645 war das Kloster alleiniger Besitzer des Ortes und blieb es bis zur Säkularisation 1802.

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Diese geschichtliche Entwicklung spiegelt sich auch im Wappen der Gemeinde wider. Das Kleeblattkreuz versinnbildet  das Augsburger Reichsstift St. Ulrich und Afra.  Auf die St. Stephanskirche weisen die drei Steine als Hinweis auf das Martyrium des Hl. Stephanus. Die Marienkrone nimmt Bezug auf die Marienwallfahrt in Neuhäder, während für den Ortsteil Schempach der Wellenbalken als Symbol für „-bach“ steht.

1978 schließlich erfolgte gegen den Willen der Bevölkerung die Eingemeindung zum Markt Dinkelscherben.

Pfarrkirche St. Stephan

Die Pfarrkirche St. Stephan ist bereits im 12. Jh. urkundlich nachgewiesen. Der quadratische Unterbau des Turmes weist auf die romanische, die unteren Mauerteile des Chores auf die gotische Bauzeit hin. Die heutige im Rokokostil erbaute Kirche wurde im 18. Jh. errichtet. Durch das Zusammenwirken namhafter Augsburger Künstler der damaligen Zeit entstand ein einheitlich und vornehm ausgestatteter Kirchenraum.  Als Architekt gilt Ignaz Paulus.

Meister Joseph Mages schuf 1765 die Deckenbilder „Steinigung des hl. Stephanus“  und „Martyrium des hl. Vitus“ sowie die Altarbilder, wobei er eine gelungene Balance zwischen warmempfindlicher Volksfrömmigkeit und zartfühlender Farbnuancierung erzielte.

Bei den schönen Stuckarbeiten meint man die Hand Franz Xaver d. J. zu spüren, wahrscheinlicher aber ist es das Werk von Johann Michael Feichtmayr.

Das Besondere und Neue in der Kirchenbaukunst sind am Hochaltar die vom Altargebälk seitlich hochschwingenden, vasenbekrönten Bögen, die sich auf das Gebälk über schlanke Freisäulen senken, die auf hohen doppelten Sockeln stehen.

Weiterhin ist die Stuckkanzel hervorzuheben, die ebenfalls Johann Michael Feichtmayr  zugeschrieben wird. Häder besitzt somit eine der ersten dieser Art, die in dieser Zeit als kunstgeschichtliche Neuerung gelten.

Der einheitlich und vornehm ausgestattete Innenraum gilt als der beste aus der späten Rokokozeit in dieser Gegend.

Wegekapelle

Am östlichen Ortsausgang entstand um die Mitte des 18. Jh. die nach Norden ausgerichtete Wegekapelle. Wegekapellen dienten den Reisenden, um beim Verlassen des Dorfes um eine gute, glückliche Rückkehr zu beten.

 

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