MUSEUM IM ZEHENTSTADEL

Scherer-Galerie und Heimatmuseum Reischenau

Ehem. Gemeinde Oberschöneberg


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Der von Schwarz und Silber geschachtete mit einem roten Balken belegte Schild weist auf das alte Adelsgeschlecht derer von Fraß von Wolfsberg hin. Als Symbol für einen Teil des Ortsnamens erhielt das Wappen einen roten Dreiberg im Schildfuß. Die Farben Rot und Silber erinnern an die geschichtlichen Beziehungen zum Hochstift Augsburg.

Gemeinde

Der Orte geht wohl auf das 11. Jahrhundert zurück. Erstmals erscheint 1316 der Ortsnamen „Schonenberch“. Zur Unterscheidung von Schöneberg bei Wörleschwang bürgerte sich im 16. Jahrhundert die Unterscheidung Ober- und Unterschöneberg ein. Zum Gemeindegebiet gehörten die Dörfer Saulach und Stadel sowie die Weiler Reischenau und Siefenwang.

Das Dorf unterstand der Herrschaft Hattenberg, ging mit dieser 1641 durch Kauf an das Domkapitel Augsburg über und wurde bis zur Säkularisation 1803 vom Pflegamt Dinkelscherben verwaltet. Auf Grund der Gebietsreform endete 1978 die Eigenständigkeit der Gemeinde. Sie gehört seither zum Markt Dinkelscherben.

Pfarrkirche St. Ulrich

Renovierungsarbeiten im Jahr 1959 brachten östlich des heutigen Eingangs eine spitzbogige Tür aus der Gotik und die Verwendung von Backsteinen zum Vorschein, die zweifellos dem 13. Jahrhundert zuzuordnen sind. Die heutige Kirche stammt im Kern aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. 1712 schildert die Chronik die Kirche „als die schlechtiste unter allen herumliegenden, ganz finsterig, ruesig, schwermuethig und vergrauet und auf der Nordseite sogar ohne Fenster“. Erst 1728 ist genügend Geld vorhanden, um die Kirche neu zu gestalten. Sie wurde verlängert, erhielt auf der Nordseite Fenster, eine gewölbte Decke mit zarten Stuckverzierungen und Bilder von Konrad Huber aus Weißenhorn. Die heutigen Bilder von dem Münchner Maler Joseph Mairle stammen allerdings erst aus der Zeit von 1902.

Hauptlehrer und Ehrenbürger Johann Arsan

Johann Arsan wirkte von 1903-1922 sehr segensreich an der Schule, die mit allen Lehrkräfte bis ins Jahr 1600 zurückzuverfolgen ist. Als begnadeter Lehrer war er Organist und Leiter des weithin bekannten Kirchenchores. Er komponierte die heute noch bekannte Arsan-Messe, gründete 1904 bereits eine Musikschule und führte sein Schülerstreichorchester mit 14 Schulkindern zu großen Erfolgen.

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Professor Dr. Ludwig Springer

Fast vergessen ist der 1886 in Oberschöneberg geborene Ludwig Springer. Er leitete von 1913–1952 das glastechnische Labor an der Glasfachschule in Zwiesel. Für diese Tätigkeit wurde er zum Professor ernannt. Für seine glastechnischen Forschungen erhielt er 1955 das Bundesverdienstkreuz am Bande. In zahlreichen Büchern führte er in die Chemie der Mineralien für Glas-, Email- und keramische Industrie ein und schrieb über Glastechnik, Glasmalerei und Veredelung von Rohglas. Seine Studenten kamen aus dem In- und Ausland. Das Deutsche Museum in München verdankt ihm die Einrichtung der Abteilung Glastechnik.  

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